Mein Weg zum neuen Leben
Ruhm, Erfolg, Macht, Geld: Ja, ich war auf der Überholspur des Lebens unterwegs - und dann fuhr ich – sinnbildlich – mit 180 Sachen an die Wand. Und meine Psyche schaltete mich einfach mal ab. Von heute auf morgen ging gar nichts mehr. Burnout.
Es folgten unzählige Stunden von Analysen und Therapien. Ich fühlte mich aber nicht besser. Bis ich 2018 in meiner Reha in Kontakt mit einer wunderschönen, intelligenten Hundedame kam. Sie schaffte damals, was kein Therapeut, Psychiater, Psychologe oder Sporttrainer oder überhaupt irgendjemand, der sich seinerzeit professionell um mich kümmerte, zu erreichen vermochte: Sie schenkte mir durch ihre reine und unverfälschte, ehrliche und ungefilterte Aufmerksamkeit die Kraft, endlich meinen Selbstheilungsprozess starten zu können. Unsere Wege trennten sich zwar nach der Reha, aber das Erlebnis hatte mich nachhaltig geprägt und ließ mich nicht mehr los.
Im Jahr 2019 trat ich dann eine Pflegestelle beim Verein Hunde in Not Rhein Main e.V. als Teil meiner mir selbst auferlegten Therapie an. Pflegestelle bedeutet: Ich nahm vorübergehend Vierbeiner bei mir auf, bis sie neue Besitzer bekamen. Ich hatte die Pflegestelle allerdings nicht lange inne, denn schon wenige Monate nach Antritt bekam ich einen Hilferuf aus Frankfurt, dass eine Hündin aufgrund der veränderten Lebenssituation ihrer Besitzerin aus deren Umfeld geholt werden sollte. Ich fuhr hin und da stand sie – meine persönliche Therapiehündin. Keine zwei Wochen dauerte es, bis ich sie aus der Vermittlung rausnahm und sie meine Hündin wurde. Klassischer Hunde-Pflegestellenversager, könnte man jetzt witzeln und hinzufügen: Vom Arbeitgeber aussortiert, ohne Perspektive auf einen neuen Job – und dann auch noch mit Hund.
Aber irgendwie formte sich in meinem Hinterkopf auch ein Gedanke: Warum nicht eine Arbeit, die Hunde einschließt? Ich war in der Zeit nach meiner Reha immer wieder in Kontakt mit Hunden und Hundebesitzern gekommen und stellte fest, dass sich sämtliche der Tiere wohl bei mir fühlten. Im Bekanntenkreis wurde ich sogar der „Hundeflüsterer“ genannt. Also fing ich an, in Sachen Hunde und Job zu recherchieren – und landete auf der Seite von Ziemer & Falke, Deutschlands größtem Hundetrainer-Ausbilder. Ich schrieb mich sofort für ein Webinar ein und schon nach fünf Minuten war mir klar: Ich lasse mich zum Hundetrainer ausbilden.
